Tourbericht
Hitze. Platten. Umweg. Angekommen.
Alle am Start, alle am Ziel. Gänsehaut.
Heute ist ein richtig guter Tag: Alle vier Rennradfahrer stehen gemeinsam am Start. Werner ist wieder fit und übernimmt direkt die Tempoarbeit. Die Stimmung? Großartig!130 km. 44 °C. Zum Glück mit etwas Wind. Rund 800 Höhenmeter, unzählige Trinkpausen – und trotzdem ein Durchschnitt von 24 km/h.
Unser Charity-Team gibt heute alles – für den guten Zweck. Was für eine Leistung. Die Hitze macht allen zu Schaffen und jeder hat seine eigene Strategie damit umzugehen.
Doch ganz ohne Abenteuer geht es nicht: Werners Rad hat schon wieder einen Platten – ausgerechnet an einer Stelle, an der weit und breit kein Schatten zu finden ist. Den Reifen bei 44 °C in der prallen Sonne zu wechseln, kostet zusätzliche Kraft.
Und als wäre das nicht genug, lotst Werners Garmin das Team kurz vor dem Ziel auch noch ins raue Gelände. Statt Asphalt heißt es plötzlich: Feldwege. Das vermeintliche Ziel entpuppt sich als Irrtum – bis zum tatsächlichen Etappenziel sind es noch einmal knapp zehn Kilometer.
Dort wartet Klaus bereits mit kalten Getränken. Alle sind im Ziel. Erschöpft, glücklich und stolz. Was für ein Tag. Was für ein Team. Gänsehaut.

Genau für solche Momente lohnt sich jeder Kilometer – denn hinter dieser Tour stehen Menschen und ihre Geschichten. Kinder und Jugendliche, die trotz großer Herausforderungen von einer besseren Zukunft träumen. Heute möchten wir euch Kena aus Äthiopien vorstellen und den Lernalltag in Malawi zeigen.
Die Geschichte von Kena aus Äthiopien:

„Mein Name ist Kena Tamiru. Ich bin 12 Jahre alt und lebe mit meiner Mutter in Sebeta, einer Stadt in Äthiopien.
Als ich noch klein war, ist mein Vater gestorben. Seitdem sorgt meine Mutter ganz allein für uns. Sie arbeitet als Hausmädchen und verdient nur sehr wenig. Oft ist das Leben schwer, aber sie gibt niemals auf. Jeden Tag kämpft sie dafür, dass ich eine bessere Zukunft haben kann.
Seit vier Jahren besuche ich die Selm Hiwot School. Dort lerne ich im Oromifa-Zweig. Ich gehe sehr gerne zur Schule. Ich träume davon, später einmal Ärztin zu werden.
Doch jetzt stehe ich vor einer großen Herausforderung. Der Oromifa-Zweig endet nach der 4. Klasse. Deshalb hoffe ich von ganzem Herzen, dass die neuen Klassenräume schnell gebaut werden und ich auch die 5. und 6. Klasse an meiner Schule besuchen darf. Dann habe ich die Möglichkeit, anschließend auf eine staatliche Schule zu wechseln. Dort könnte ich nach der 10. Klasse meinen Schulabschluss machen – die wichtigste Grundlage, um meinen Traum zu verwirklichen.
Ich hoffe, dass Menschen an mich glauben und mir die Chance geben, meinen Weg weiterzugehen. Und vielleicht kann ich eines Tages als Ärztin das Leben vieler anderer Menschen verändern.“
Wenn Lernen auf dem Boden stattfindet
NAK-karitativ zeigt uns mit berührenden Bildern, wie wichtig die Ausbildung von Lehrkräften ist.
Achtet einmal darauf, wie die Klassenzimmer in Malawi ausgestattet sind. Könntet ihr euch vorstellen, dass Schülerinnen und Schüler in Deutschland auf dem Boden sitzen und ohne Tische und Bänke unterrichtet werden?
So sieht der Schulalltag in Malawi aus. Niemand beschwert sich – stattdessen sind die Kinder und Jugendlichen dankbar für die Chance auf Bildung. Engagierte Lehrkräfte ermöglichen Lernen auch unter schwierigsten Bedingungen.
Jede Spende – ob klein oder groß – hilft dabei, Bildungschancen zu schaffen und Zukunft zu schenken. Genau dafür tritt unser Charity Team in die Pedale. Ein besseres Ziel kann es kaum geben.
Kommentare
Wieder eine tolle Leistung an einem heißen Tag. Auch nach einem Platten geht es weiter. Nicht aufgeben ist die Devise.Das hoffen wir auch für die Menschen, die mit den Spenden bedacht werden und wir sehen auch ihre Anstrengungen.Dazu wünschen wir allen guten Erfolg.
Großartig. Alle vier am Start gewesen, alle vier angekommen. Super Strecke geschafft. Ein Plattfuß gehört ja irgendwie dazu, das ist nichts Außergewöhliches. Aber die Umstände sind krass. Pralle Sonne, kein Schatten. Das fordert Schweiß und Kraft. Ihr wachst über euch hinaus. Wir fiebern weiter mit.
Für morgen wieder neuen Mut. Lasst euch nicht unterkriegen! Wir glauben an euch!
An das stärkste Team auf zwei Rädern,
Was ihr gerade leistet, ist weit mehr als eine Radtour. Von Marseille bis Gibraltar - Kilometer um Kilometer, bei gnadenloser Hitze - zeigt ihr, was Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und Herz bedeuten. Haltet durch passt aufeinander auf und genießt die Momente, die euch niemand mehr nehmen kann. Ihr seid jetzt schon Gewinner, weil ihr Mut, Einsatz und Familie auf beeindruckende Weise verbindet. Respekt und ganz viel Rückenwind für den Rest der Strecke! Kommt gesund in Gibraltar an - mit erhobenem Kopf, einem Lächeln im Gesicht und dem Wissen, etwas Großartiges geschafft zu haben.